Es ist ein Langenfelder Wirt, der uns allein für seine Stadt ein Dutzend Restaurants bzw. Gastrobetriebe nennen könnte, die die Coronakrise, die Inflation und die Energiekrise mit all ihren dramatischen Auswirkungen nicht überstanden haben oder noch auf der Kippe stehen: Wer aktuell durch die Posthornstadt geht, wird an einigen Ecken auf geschlossene Gastrobetriebe blicken: Beim Hotel-Restaurant Jahnhaus steht auf Google vorübergehend geschlossen. Die Räumlichkeiten sind düster und die Internetpräsenz ist abgeschaltet. Das Brauhaus an der Hauptstraße ist leer. Die Donut Freaks weiter stadteinwärts hatten wohl auch keine lange Blütezeit in Langenfeld.
Zweidrittel der Gastro-Betriebe in Not?
Dass die Lage und Stimmung im Gastgewerbe sich „dramatisch verschlechtert“ hat, bestätigt auch eine aktuelle Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband): „Angesichts explodierender Kosten und sinkender Umsätze bangen 66,1 Prozent der Betriebe insbesondere aufgrund der hohen Energiepreise erneut um ihre Existenz“, heißt es in der Pressemeldung von Anfang Oktober 2022.
Was sagt die Stadt?
Die Langenfelder Stadtverwaltung kann auf Nachfrage von uns zu den Gewerbeabmeldungen dieser Branche in den letzten Monaten nicht über akute Häufungen berichten. „Aktuell haben wir zwar in Einzelfällen nicht immer gleich einen Nachfolger, aber die endgültigen Schließungen bewegen sich eher im einstelligen Bereich“, erklärt Christian Benzrath als Leiter des Referates Recht und Ordnung. Das mag auch daran liegen, dass manche Meldungen verzögert eintreffen. Außerdem erhält die Stadt auch nur Meldungen über endgültige Schließungen und nicht über vorübergehende Betriebsaussetzungen, weil einem Betrieb z.B. Personal fehlt. „Es mag auch möglich sein, dass die Energiekriese so manchen Gastronom nun endgültig zur Aufgabe zwingt, aktuell wirkt sich das aber nicht bei den Gewerbemeldungen aus.“
Und es gibt auch weiterhin Neuansiedlungen in Langenfeld: „Wir haben durchaus auch neue Lokale oder eben erfolgreiche Pächterwechsel zu verzeichnen, insgesamt ist der Trend bei den Gewerbemeldungen weiterhin positiv, es überwiegen also die Neuanmeldungen den Abmeldungen.“
Bleibt zu hoffen, dass dies so bleibt.
Bericht/Fotos: Bettina Lyko

