
Der Arbeitskampf in der Tarifauseinandersetzung für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) geht weiter. Die ersten beiden Runden zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV NW) brachten kein Ergebnis. Am 24. Märt 2026 soll es das dritte Treffen geben. Vorher wollen die Arbeitnehmervertreter noch einmal ordentlich Druck machen: Am Samstag, 7. März, wurden viele Verkehrsbetriebe im Ruhrgebiet bestreikt. Am Montag, 9. März, soll es in Dortmund weitergehen. Und am Dienstag, 10. März 2026, werden u.a. die Rheinbahn in Düsseldorf und im Kreis Mettmann sowie die wupsi in Leverkusen sowie Verkehrsbetriebe in Wuppertal, Solingen, Remscheid und Bergisch Gladbach erneut betroffen sein, berichten diverse Medien. Es wird also nur noch einen eingeschränkten Fahrdienst gebeb. Ansonsten bleiben die Busse in den Depots.
S- und Regionalbahnen werden weiterhin regulär verkehren.
Einzelne Linien werden jedoch unterwegs sein – so war es zumindest bisher immer so.
Fahrgäste können sich am besten auf den Internetseiten der Rheinbahn und der wupsi informieren.
Der Konflikt: „Bessere Arbeitsbedingungen“ vs. klamme kommunale Kassen
Landesweit werden über 30 öffentliche Verkehrsbetriebe mit rund 30.000 Beschäftigten ruhen. ver.di NRW fordert:
- Kürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich
- Mindestens elf Stunden Ruhezeit zwischen zwei Schichten
- Mindestens 40 Prozent Zuschlag für Arbeit am Sonntag
- Acht Tage Freistellungsumfang für Gewerkschaftsarbeit
- Ausweitung des Geltungsbereichs auf kurzfristig Beschäftigte/Minijobs
Und das alles für eine Laufzeit von 24 Monaten im Manteltarifvertrag.
„Auch nach zwei Verhandlungsrunden liegt zu den Forderungen der Beschäftigten kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber vor, obwohl diese seit November bekannt sind und im Februar konkretisiert wurden“, erklärt Heinz Rech, ver.di-Verhandlungsführer in NRW. „Stattdessen präsentieren sie einen Katalog mit Verschlechterungen bei der Krankengeldregelung, bei Nachtarbeitszuschlägen und weiteren Punkten. Das wird dem Ernst der Lage nicht gerecht und erhöht das Risiko einer weiteren Eskalation des Konflikts.“
ver.di befürchtet eine weitere „Verschärfung des Personalmangels“, wenn sich die Arbeitsbedingungen nicht verbessern: „Die Arbeitgeber haben offenbar noch immer nicht verstanden, dass Investitionen in einen funktionierenden ÖPNV notwendig sind, um sich zukunftssicher aufzustellen. Die Kolleginnen und Kollegen benötigen spürbare Entlastung – und die Arbeitgeber müssen deutlich merken, dass wir unsere Forderungen konsequent durchsetzen wollen.“
Der KAV NRW hält dagegen, verweist auf die prekäre Finanzlage der Kommunen und erklärte bereits in einem Statement Anfang Februar: „Eine weitere Minderung an Produktivität“ würde „zu einem Abbau von Verkehrsleistungen“ und die Idee der Verkehrswende „ad absurdem führen. Die Chance auf eine Verkehrswende erfordert gerade einen öffentlichen Nahverkehr, der mit einem breiten Streckennetz, dichter und zuverlässiger Taktung sowie bezahlbaren Preisen überzeugt. Die Verkehrswende wird insofern nur mit der Sicherung eines entsprechend attraktiven ÖPNV-Angebots gelingen, verbunden mit dem Erhalt der bereits vorhandenen guten Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr.“
Der Streit hat sich also ganz schön festgefahren. Wann werden die Signale wieder auf freie Fahrt gestellt…?
Bericht: KA
Quelle: WDR / verdi Rhein-Wupper
Archivfoto: anzeiger24.de
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