Umfrage: Kreis Mettmann gehört zu den „Blitzer-Millionären“ von Deutschland

Auswertung des Anwaltsvereins für Verkehrsrecht: 29 Prozent der Einnahmen stammen aus NRW-Städten

Mehr als die Hälfte der Städte im Ranking der ‚Blitzer-Millionäre‘ stammen aus Nordrhein-Westfalen“, das will die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins e.V. (DAV) herausgefunden haben. Demnach gehören auch die Städte aus dem Kreis Mettmann (also Ratingen, Velbert, Langenfeld, Hilden, Erkrath, Monheim am Rhein, Mettmann, Haan, Heiligenhaus und Wülfrath) dazu. Diese haben rund 5 Millionen Euro beim Ertappen von Temposündern eingenommen; darüber hatten wir bereits berichtet. Eine Aufschlüsselung auf die einzelnen Städte gibt es allerdings nicht.

Spitzenreiter in NRW ist dabei Düsseldorf mit 17,6 Millionen Euro. Dort wurden insgesamt 330.892 Fahrerinnen und Fahrer von der Überwachung erfasst. Allein im Kö-Bogen-Tunnel wurden dabei 53.932 Verstöße festgestellt.

 

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Im NRW-Ranking folgen:

  • Bielefeld (11,2 Mio., einschließlich Autobahn),
  • Oberhausen (10 Mio., mit Handyverstößen),
  • Essen (8,4 Mio.),
  • Wuppertal (6,6 Mio.)

 

Weitere Städte sind

  • Hagen (5,0 Mio.)
  • Herne (3,9 Mio.),
  • Bottrop (2,9 Mio.)
  • Minden (2,0 Mio.).

Die Städte Witten, Rheine, Dinslaken, Moers, Neuss, Grevenbroich und Bocholt liegen unter 1 Million Euro. Die Stadt Wesel hat ihre Daten nicht veröffentlicht.

 

Die Vorgehensweise bei der Umfrage

Die DAV hatte dazu die Pressestellen von 126 Städten und Gemeinden angefragt. 63 nahmen an der Umfrage teil, davon 27 Kommunen aus Nordrhein-Westfalen.

Die Gesamteinnahmen aller 63 ausgewerteten Städte aus Geschwindigkeits- und Rotlichtverstößen belaufen sich 2025 auf 271 Millionen Euro – davon alleine rund 78 Millionen Euro aus NRW. „Nordrhein-Westfalen ‚erblitzt‘ damit rund 29 Prozent der gesamten Blitzer-Einnahmen deutscher Städte“, bilanziert die DAV.

 

Abgefragt wurden unter anderem die Anzahl der stationären und mobilen Blitzer sowie deren Einsatzzwecke, etwa zur Vermeidung von Geschwindigkeits- und Rotlichtverstößen an häufigen Unfallschwerpunkten. Außerdem wurde erhoben, wie sich die Einnahmen im Vergleich zu den Vorjahren entwickelt haben und an welchen Orten am häufigsten geblitzt wurde.

 

Das bundesweite Ranking

Bundesweit liegt Hamburg mit 41,8 Millionen Euro ganz vorne, dicht gefolgt von Berlin mit 37,9 Millionen Euro. Den 3. Platz belegt dann bereits Düsseldorf.

Die größte Steigerung weist Berlin mit 4,4 Millionen Euro auf, gefolgt von Rostock. Die Hansestadt konnte ihre Einnahmen von 3,4 Millionen Euro 2024 auf 6,4 Millionen Euro im Jahr 2025 steigern. Den größten Einnahmerückgang verzeichnete Hamburg. Deutschlands zweitgrößte Kommune nahm 5,2 Millionen Euro weniger ein als 2024.

 

Die weiteren Städte mit Millionen-Einnahmen außerhalb von NRW sind

  • Stuttgart (16,9 Mio.),
  • Dresden (8,5 Mio.),
  • Bremen (7,8 Mio.),
  • Mannheim (6,6 Mio.),
  • Nürnberg (5,7 Mio.),
  • Erfurt (3,6 Mio.),
  • Tübingen (2,6 Mio., ohne Landespolizei),
  • Würzburg (2,4 Mio.),
  • Jena (2,3 Mio.),
  • Weimar (2,3 Mio.),
  • Konstanz (2,2 Mio.),
  • Braunschweig (2,1 Mio.),
  • Göttingen (2,1 Mio.),
  • Norderstedt (2 Mio.), Aalen (1,8 Mio.),
  • Friedrichshafen (1,5 Mio.),
  • Brandenburg an der Havel (1,2 Mio.),
  • Rüsselsheim am Main (1,2 Mio.)
  • Regensburg (1,2 Mio.).

„Die meisten Städte gaben an, stationäre Blitzer und teilstationäre Anlagen zur Vermeidung von Geschwindigkeitsverstößen an häufigen Unfallorten sowie an anderweitig gefährlichen oder unübersichtlichen Verkehrsknotenpunkten einzusetzen, ebenso zur Vermeidung von Rotlichtverstößen“, schreibt die DAV. „Mobile Geräte (Messfahrzeuge und semistationäre Anlagen) werden hauptsächlich in schutzwürdigen Bereichen eingesetzt, etwa in der Nähe von Kindergärten, Schulen, Altenheimen sowie in Tempo-30-Zonen. Als weitere Gründe wurden der Lärm- und Emissionsschutz genannt.“

 

Über die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht

Die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins e. V. (DAV) besteht aus rund 4.000 Rechtsanwältinnen und -anwälten, die u.a. über die neuesten Entwicklungen des Verkehrsrechts informieren und Mandanten vertreten, die einen Verstoß im Straßenverkehr begangen haben sollen. Seit mehr als 40 Jahren ist die DAV eine Stimme beim Deutschen Verkehrsgerichtstag in Goslar und nimmt zu wichtigen verkehrsrechtlichen Gesetzesvorhaben Stellung.

 

Quelle: DAV
bearb: KA
Foto: Archiv anzeiger24.de

 

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