Schrauben Stadtwerke Kunden ihren Gasverbrauch tatsächlich runter?

Sieht der Energiekonzert ein großes Sparverhalten zum Vorjahr?

Durch die Abschaffung der Gasumlage und die gesenkte Mehrwertsteuer auf Gas und Fernwärme zum 1. Oktober 2022 von 19 auf 7 Prozent treffen die Gaspreiserhöhungen die Kunden (w/m/d) nicht so stark wie erwartet. Doch die Verunsicherung und die Aufforderung zum Einsparen sind in jedem Haushalt angekommen. 

 

Aber wie stark haben eigentlich die Kunden ihren Gasverbrauch tatsächlich runtergefahren? Wir haben bei den Langenfelder Stadtwerken nachgefragt, wie sich der Gasverbrauch gegenüber den Vorjahren innerhalb der Kundschaft (gewerblich und privat) entwickelt hat? Und wir wollten wissen, ob der Energiekonzern aktuell ein Bewusstsein zum Energiesparen bei Unternehmen und Verbrauchern erkennen kann:

 

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Henning Drees, zuständig für die  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Verbandswasserwerk Langenfeld-Monheim und den Stadtwerken Langenfeld, kann dazu folgendes mitteilen: „Der Gasverbrauch in Langenfeld hat sich im Vergleich zum letzten Jahr im Zeitraum von Januar bis September insgesamt um rund 20 % reduziert. Ob dies auf eine Bewusstseinsänderung innerhalb der Kundschaft zurückzuführen ist, können wir pauschal nicht sagen. Im Direktvergleich zum September 2021 wurde im September 2022 aber nur drei Prozent weniger Gas verbraucht. Dies lässt vermuten, dass Kundinnen und Kunden ihr Nutzungsverhalten im Vergleich zu den Vorjahren bis jetzt nicht angepasst haben, sondern eher milde Temperaturen dem geringeren Verbrauch zu Grunde liegen. Denn die letzte Septemberwoche war deutlich kälter als die Vergleichswoche in den Vorjahren und könnte hier als Treiber für den vermehrten Gasverbrauch im September gedient haben.“ 

 

Es gibt aber auch andere Beispiele: Einzelne lokale Unternehmen setzen immer mehr auf Energie-Sparmaßnahmen. So ruft der hagebaumarkt Langenfeld aktuell auf seiner Facebook-Seite dazu auf: „Jetzt Energie sparen …“ und kündigt an, zum 1. November 2022 seine Öffnungszeiten zu verkürzen. Damit werden 40 Stunden im Monat an Strom und Gas gespart. „Das ist unser Beitrag zur Bewältigung der Energiekrise – ohne „Wenn und Aber“ – um gemeinsam besser durch den Winter zu kommen“, erklärt der Hagebau dazu.

  

Bericht: Bettina Lyko, Foto: pixabay/geralt