In 30 Minuten wieder Strom für viele Kilometer

Stadtwerke nehmen erste Schnellladesäule in Langenfeld in Betrieb

Auf dem Rathausparkplatz an der Theodor-Heuss-Straße/Turnerstraße können Elektroautos seit kurzem deutlich schneller geladen werden. Dort haben die Stadtwerke Langenfeld ihre erste öffentliche Schnellladesäule in Betrieb genommen.

Die Anlage verfügt über zwei Ladeanschlüsse mit jeweils bis zu 75 Kilowatt Leistung. Damit können zwei Elektroautos gleichzeitig angeschlossen werden. Ob die vollen 75 Kilowatt auch bei zwei parallelen Ladevorgängen dauerhaft für jedes Fahrzeug bereitstehen, geht aus der Pressemitteilung allerdings nicht eindeutig hervor.

Was die neue Säule schneller macht

Die bisher üblichen öffentlichen Ladesäulen der Stadtwerke arbeiten überwiegend mit Wechselstrom, kurz AC. Solche Anlagen erreichen in der Regel 11 oder 22 Kilowatt. Das Ladegerät im Fahrzeug muss den Wechselstrom zunächst in Gleichstrom umwandeln.

Die neue Schnellladesäule liefert dagegen Gleichstrom – DC – unmittelbar an die Fahrzeugbatterie. Dadurch kann wesentlich mehr Energie in kürzerer Zeit übertragen werden. Die Stadtwerke rechnen je nach Fahrzeug und Batteriestand mit 30 bis 45 Minuten, um den Akku auf bis zu 80 Prozent zu laden.

Theoretisch können bei einer Leistung von 75 Kilowatt innerhalb einer halben Stunde bis zu 37,5 Kilowattstunden übertragen werden. Das entspricht – abhängig vom Verbrauch des Autos – ungefähr 150 bis 220 Kilometern zusätzlicher Reichweite. In der Praxis hängt die Geschwindigkeit allerdings vom Fahrzeug, vom Ladezustand und von der Temperatur der Batterie ab. Viele Autos reduzieren zudem die Ladeleistung, wenn sich der Akku der 80-Prozent-Marke nähert.

Zwei Autos können gleichzeitig laden

An der Anlage können höchstens zwei Fahrzeuge gleichzeitig Strom laden. Jeder Anschluss soll laut Stadtwerken eine Leistung von bis zu 75 Kilowatt erreichen. Damit liegt die Säule zwar unter den besonders leistungsstarken Autobahn-Ladeparks mit 150 bis 350 Kilowatt, ist für einen innerstädtischen Standort aber deutlich schneller als eine normale AC-Säule. Der Rathausparkplatz wurde bewusst gewählt: Während des Ladevorgangs können Autofahrer einen Einkauf erledigen oder einen Termin in der Innenstadt wahrnehmen.

Was kostet die Kilowattstunde?

Beim Preis bleiben die veröffentlichten Angaben für die neue Schnellladesäule noch nicht vollständig eindeutig. Auf ihrer Internetseite nennen die Stadtwerke aktuell folgende Tarife:

  • Ad-hoc-Laden ohne Vertrag: 72 Cent je Kilowattstunde
  • Tarif S: 62 Cent je Kilowattstunde, ohne monatliche Grundgebühr
  • Tarif M: 47 Cent je Kilowattstunde, bei 5,95 Euro Grundgebühr
  • Tarif L: 37 Cent je Kilowattstunde, bei 17,95 Euro Grundgebühr
  • Zusätzlich werden 75 Cent Startgebühr je Ladevorgang berechnet.

Allerdings weist die Preistabelle die günstigeren Preise an den eigenen Stadtwerke-Säulen ausdrücklich als AC-Preise aus. Ein gesonderter Preis für das DC-Schnellladen an der neuen Anlage wird dort bislang nicht genannt. Deshalb lässt sich aus der veröffentlichten Tarifübersicht nicht zweifelsfrei ableiten, welcher Kilowattstundenpreis an der Rathaus-Säule für Kunden mit Stadtwerke-Vertrag gilt.

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Beim Bezahlen mit einer Ladekarte eines anderen Anbieters richtet sich der Preis ohnehin nach dessen Tarif. Beim Ad-hoc-Laden per QR-Code und Kreditkarte muss der konkrete Preis vor Beginn des Ladevorgangs angezeigt werden.

Wer das Fahrzeug an einer DC-Säule zwischen 6 und 21 Uhr länger als 90 Minuten stehen lässt, zahlt nach Angaben der Stadtwerke außerdem eine Blockiergebühr von zehn Cent je Minute.

Weitere Schnellladestandorte geplant

Aktuell betreiben die Stadtwerke nach eigenen Angaben 106 Ladepunkte an 38 Standorten im Langenfelder Stadtgebiet. Die Anlage am Rathausparkplatz ist der erste Schnellladepunkt im eigenen Netz. Weitere Standorte seien bereits in Planung.

Zum Laden können die Ladekarte der Stadtwerke, Karten anderer Anbieter oder das Ad-hoc-Verfahren per QR-Code genutzt werden. An den Säulen wird nach Angaben des Unternehmens zertifizierter Ökostrom abgegeben.

 

Quelle: Stadt Langenfeld
Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de

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