
Kaum steckt ein Knöllchen hinter dem Scheibenwischer oder flattert ein Bußgeldbescheid ins Haus, ist der Schuldige schnell gefunden: das Ordnungsamt, die Stadt, der Kreis oder der angeblich so geldgierige Staat. Das Lieblingswort vieler ertappter Verkehrssünder lautet dann: Abzocke!
Nur dumm, dass dieser Vorwurf einer genaueren Betrachtung kaum standhält.
Abzocke bedeutet, jemanden skrupellos um sein Geld zu bringen. Genau das passiert bei einem Verwarn- oder Bußgeld aber nicht. Niemand wird zufällig geblitzt. Niemand parkt versehentlich minutenlang im Halteverbot. Und niemand überschreitet aus heiterem Himmel die Höchstgeschwindigkeit. Der Bußgeldbescheid fällt schließlich nicht vom Himmel. Er ist die Quittung für das eigene Verhalten.
Regeln haben nur dann einen Sinn, wenn sie auch kontrolliert werden. Wer fordert, das Ordnungsamt oder die Geschwindigkeitsüberwachung solle lieber ein Auge zudrücken, kann sich die Verkehrsregeln eigentlich gleich sparen. Denn Gesetze, die niemand überwacht, sind nichts weiter als gut gemeinte Empfehlungen.
Die Zahlen aus Langenfeld sprechen eine deutliche Sprache: Mehr als 51.000 Verwarnungen und Bußgelder innerhalb eines Jahres. Fast zwei Millionen Euro mussten Verkehrssünder dafür bezahlen. Das ist kein kleiner Ausrutscher, sondern ein echtes Massenphänomen.

Und dabei darf man eines nicht vergessen: Die Kontrollen sind alles andere als flächendeckend. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes und die Messfahrzeuge können schließlich nicht gleichzeitig an jeder Straßenecke stehen.
Wer glaubt, dies seien sämtliche Verkehrsverstöße in Langenfeld gewesen, glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann.
Dabei gibt es eine sensationell einfache Methode, ein Knöllchen zu vermeiden. Sie kostet keinen Cent, braucht keine App und keinen Anwalt: Einfach dort parken, wo man parken darf, und so schnell fahren, wie es erlaubt ist. Erstaunlich, wie zuverlässig dieses Konzept funktioniert.
Dass die Zahl der Verwarnungen und Bußgelder weiterhin so hoch ist, zeigt allerdings auch etwas anderes: Viele Autofahrer ärgern sich zwar über die Strafe, lernen daraus aber offensichtlich herzlich wenig. Sonst müssten die Zahlen schließlich längst sinken.
Vielleicht liegt das Problem woanders. Deutschland gehört bei vielen Verkehrsverstößen zu den Ländern mit vergleichsweise niedrigen Bußgeldern. Während anderswo ein Falschparker schnell dreistellige Beträge bezahlt oder das Auto gleich auf dem Abschleppwagen verschwindet, kommt man hier häufig noch erstaunlich günstig davon.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum sich manche lieber über die Kontrolleure und Blitzer aufregen als über das eigene Verhalten.
Merke: Der günstigste Parkplatz in Langenfeld ist immer noch der, auf dem man legal steht. Und die preiswerteste Fahrt bleibt die, bei der man sich an das Tempolimit hält.
Quelle: Stadt Langenfeld / Kreis Mettmann
Bericht: LT
Fotos/Video: anzeiger24.de
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