
Die kommunale Geschwindigkeitsüberwachung des Kreises hat in Langenfeld hat im letzten Jahr insgesamt 1.770.269 Fahrzeuge erfasst. Dabei wurden 31.438 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Das entspricht einer Quote von rund 1,8 Prozent aller gemessenen Fahrzeuge. Dies geht aus den Antworten des Kreises Mettmann auf eine Presseanfrage von anzeiger24.de hervor.
An diesen Straßen wurde gemessen
Geschwindigkeitskontrollen fanden laut Kreis Mettmann unter anderem auf der Richrather Straße, dem Götscher Weg, der Bergischen Landstraße, der Neustraße, der Jahnstraße, der Poststraße, der Heckenstraße, der Rheindorfer Straße, Auf dem Sändchen, der Hochstraße, der Düsseldorfer Straße, der Marthastraße, der Langforter Straße, dem Zehntenweg, dem Alten Kirchweg, der Treibstraße, der Parkstraße, der Eichenfeldstraße, der Herderstraße, am Rietherbach, der Winkelstraße, der Schulstraße, der Kaiserstraße sowie der Ohligser Straße statt.
Warum gerade dort geblitzt wird
Nach Angaben des Kreises erfolgt die Auswahl der Messstellen nicht willkürlich, sondern nach gesetzlichen Vorgaben. Kontrolliert wird insbesondere an Gefahrenstellen, also an Straßen mit erhöhtem Unfallrisiko, in der Nähe von Schulen, Kindertagesstätten, stark genutzten Fuß- und Radwegen, an Baustellen sowie an Strecken, auf denen besonders häufig zu schnell gefahren wird.
Der Kreis widerspricht damit auch dem häufig geäußerten Vorwurf, sogenannte „Raserstrecken“ würden bewusst ausgespart. Im Gegenteil: Gerade dort, wo besonders viele Verstöße festgestellt werden, können gezielt Messungen stattfinden.
Mehr Verstöße als in Hilden
Mit 31.438 registrierten Geschwindigkeitsüberschreitungen weist Langenfeld deutlich mehr Verstöße auf als das benachbarte Hilden. Allerdings wurden in Langenfeld mit 1,77 Millionen Fahrzeugen auch erheblich mehr Fahrzeuge kontrolliert als in der Nachbarstadt.
Eine Auswertung nach einzelnen Messstellen kann der Kreis nicht liefern. Begründet wird dies mit dem hohen manuellen Auswertungsaufwand. Zudem müssten die Verstöße immer im Verhältnis zur Dauer und Häufigkeit der jeweiligen Messungen betrachtet werden.
Neue Messstellen erschweren den Vergleich
Wie sich die Zahl der Verstöße seit Einführung der eigenen Messanlagen in Langenfeld entwickelt hat, lässt sich laut Kreis nicht belastbar beantworten. Die Messorte wechseln regelmäßig, neue Standorte kommen hinzu und werden unterschiedlich häufig kontrolliert. Dadurch seien aussagekräftige Vergleiche nicht möglich.
Eine positive Entwicklung sieht der Kreis dennoch: Die Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitungen ist im Durchschnitt deutlich zurückgegangen. Die Autofahrer fahren also zwar teilweise weiterhin zu schnell, überschreiten das Tempolimit im Schnitt aber weniger stark als früher.
Wohin fließen die Bußgelder?
Immer wieder wird in Sozialen Netzwerken behauptet, Kommunen würden mit Blitzern gezielt Geld verdienen. Der Kreis Mettmann stellt dazu klar: Die Einnahmen hängen davon ab, welche Behörde die Messung durchgeführt hat. Werden Verstöße durch die Geschwindigkeitsüberwachung des Kreises festgestellt, fließen die Verwarnungs- und Bußgelder in die Kreiskasse. Polizeiliche Verwarnungsgelder gehen dagegen an die Landeskasse. Kommt es zu einer gerichtlichen Entscheidung, wird die Geldbuße durch die Justizkasse eingezogen.
Das bedeutet konkret: „Kontrolliert die Polizei, werden Fahrer häufig unmittelbar angehalten und erhalten, sofern die Zuwiderhandlung mit einer Verwarnung geahndet werden kann, das Angebot, diese auch direkt zu begleichen. Dieses Geld fließt in die Landeskasse. Gleiches gilt auch für Zuwiderhandlungen im Verwarnungsbereich bei Geschwindigkeitsmessungen bei sogenannten Kennzeichenanzeigen, also wenn die Polizei beispielsweise bei Radarmessungen die Fahrer nicht direkt anhält. Befindet sich der Fahrer bei seinem Vergehen im Bereich eines Bußgeldes, übernimmt die Bußgeldstelle des Kreises und erhält das Geld.
Nur wenn Langenfeld eigene Geschwindigkeitsmessungen durchführt, bleiben die Einnahmen in der Stadt selber.
Kreisweit mehr als 5 Millionen Euro Einnahmen
Für das gesamte Kreisgebiet beziffert der Kreis Mettmann die Erträge aus der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung im Jahr 2025 auf rund 5,02 Millionen Euro. Eine Aufschlüsselung der Einnahmen speziell für Langenfeld ist aus technischen Gründen nicht möglich. Überschlägig errechnet sich jedoch ein Anteil von rund 1.3 Millionen Euro pro Jahr.
Quelle: Kreis Mettmann
Bericht: LT
Fotos/Video: KI-generiertes Bild
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