
Die Erfahrung aus den Vorjahren hat sich bestätigt: die Warnstreiks von ver.di Anfang Februar im kommunalen Nahverkehr waren nur der Anfang des diesjährigen Arbeitskampfes in der Tarifauseinandersetzung. Bevor am 2. und 3. März die nächste Verhandlungsrunde beginnt, will die Gewerkschaft noch einmal ein deutliches Signal setzen: Am Freitag und Samstag, 27. und 28. Februar 2026, soll bundesweit der städtische Bus- und Bahnbetreib lahmgelegt werden. Das heißt u.a. für Düsseldorf und den Kreis Mettmann: Rheinbahn und Bahnen der Stadt Monheim bieten nur noch einen eingeschränkten Fahrdienst an. Ansonsten bleiben die Busse in den Depots.
S- und Regionalbahnen sind jedoch nicht betroffen.
Einzelne Linien werden jedoch unterwegs sein – so war es zumindest bisher immer so.
Fahrgäste können sich am besten auf den Internetseiten der Rheinbahn und der Bahnen der Stadt Monheim informieren.
Bei der wupsi in Leverkusen, Langenfeld und Monheim gilt: Ab Mittwoch, 25. Februar 2026, können sich die Fahrgäste über die Fahrplanauskunft auf der Homepage wupsi.de und in der wupsiApp oder über die Informationssysteme des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg darüber informieren, ob ihre Fahrten stattfinden. In anderen Informationssystemen von Drittanbietern kann es zu fehlerhaften Angaben kommen.
Der Konflikt: „Bessere Arbeitsbedingungen“ vs. klamme kommunale Kassen
Landesweit werden über 30 öffentliche Verkehrsbetriebe mit rund 30.000 Beschäftigten ruhen. ver.di NRW fordert vom Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV NW):
- Kürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich
- Mindestens elf Stunden Ruhezeit zwischen zwei Schichten
- Mindestens 40 Prozent Zuschlag für Arbeit am Sonntag
- Acht Tage Freistellungsumfang für Gewerkschaftsarbeit
- Ausweitung des Geltungsbereichs auf kurzfristig Beschäftigte/Minijobs
Und das alles für eine Laufzeit von 24 Monaten im Manteltarifvertrag.
„Die erste Verhandlungsrunde ist ohne Angebot der Arbeitgeber beendet worden, obwohl unsere Forderungen bereits seit November vorliegen“, erklärt Heinz Rech, Verhandlungsführer von ver.di in NRW. „Wir erwarten, dass die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde auf unsere konkretisierten Forderungen eingehen und ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen.“
ver.di befürchtet eine weitere „Verschärfung des Personalmangels“, wenn sich die Arbeitsbedingungen nicht verbessern: „Die Arbeitgeber haben offenbar noch immer nicht verstanden, dass Investitionen in einen funktionierenden ÖPNV notwendig sind, um sich zukunftssicher aufzustellen. Die Kolleginnen und Kollegen benötigen spürbare Entlastung – und die Arbeitgeber müssen deutlich merken, dass wir unsere Forderungen konsequent durchsetzen wollen.“
Der KAV NRW hält dagegen, verweist auf die prekäre Finanzlage der Kommunen und erklärte bereits in einem Statement Anfang Februar: „Eine weitere Minderung an Produktivität“ würde „zu einem Abbau von Verkehrsleistungen“ und die Idee der Verkehrswende „ad absurdem führen. Die Chance auf eine Verkehrswende erfordert gerade einen öffentlichen Nahverkehr, der mit einem breiten Streckennetz, dichter und zuverlässiger Taktung sowie bezahlbaren Preisen überzeugt. Die Verkehrswende wird insofern nur mit der Sicherung eines entsprechend attraktiven ÖPNV-Angebots gelingen, verbunden mit dem Erhalt der bereits vorhandenen guten Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr.“
Der Streit hat sich also ganz schön festgefahren. Wann werden die Signale wieder auf freie Fahrt gestellt…?
Bericht: KA
Archivfoto: anzeiger24.de
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