Langenfeld plant neue Strategie für öffentliche Ladesäulen

Für ein neues Elektromobilitätskonzept werden bis zu 100.000 Euro eingeplant

Langenfeld will den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur neu ordnen. Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, ein weiteres Elektromobilitätskonzept zu erstellen. Dafür sollen im Haushalt 2027 zunächst 100.000 Euro bereitgestellt werden. Das geht aus dem Protokoll der jüngsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses vom 11. Juni 2026 hervor. Der Ausschuss stimmte dem Vorhaben einstimmig mit 16 Ja-Stimmen zu.

Ladesäulen im gesamten Stadtgebiet

Das Konzept soll festlegen, wie die Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum kontinuierlich ausgebaut werden kann. Dabei sollen nicht nur stark frequentierte Standorte berücksichtigt werden. Auch weniger zentrale Bereiche sollen Lademöglichkeiten erhalten, um eine gleichmäßige Versorgung im gesamten Stadtgebiet zu erreichen.

Die Stadtwerke Langenfeld sind nach Angaben der Verwaltung derzeit der größte Betreiber von Ladeinfrastruktur in der Stadt. Daneben betreibt auch das Unternehmen Qwello öffentliche Ladepunkte. Künftig sollen die Betreiber verpflichtet werden, der Stadt mindestens einmal jährlich Daten über die Nutzung der Ladesäulen zur Verfügung zu stellen. So soll besser erkennbar werden, an welchen Standorten besonders hoher Bedarf besteht.

Bis zu 70.000 Euro Förderung möglich

Die Stadt hofft auf eine Förderung durch das Landesprogramm progres.nrw. Nach Angaben der Verwaltung könnten bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 70.000 Euro, übernommen werden. Das Konzept soll allerdings auch dann erstellt werden, wenn die Förderung nicht bewilligt wird. Die Kostenschätzung von 100.000 Euro orientiert sich am früheren Elektromobilitätskonzept und berücksichtigt die inzwischen gestiegenen Preise.

Mehr Schnellladesäulen gewünscht

In der Ausschusssitzung wurde außerdem der Wunsch nach mehr Schnellladestationen geäußert. Auch der künftige Ladebedarf von elektrisch betriebenen Lastwagen soll untersucht werden. Für den Schwerlastverkehr werden innerhalb kurzer Zeit deutlich größere Strommengen benötigt. Zudem beanspruchen entsprechende Ladeplätze erheblich mehr Fläche. Nach Einschätzung der Verwaltung findet das Laden von Elektro-Lkw derzeit überwiegend auf den Betriebsgeländen der Unternehmen statt. Ob und wo zusätzlich öffentliche Ladeangebote sinnvoll wären, soll im weiteren Verfahren geprüft werden.

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Problem für Garagen ohne Stromanschluss

Ein besonderes Problem besteht in älteren Reihenhaussiedlungen. Dort liegen die Garagen häufig getrennt von den Wohnhäusern und besitzen keinen eigenen Stromanschluss.

Private Eigentümer dürfen nach Angaben der Verwaltung derzeit keine Stromleitungen durch den öffentlichen Raum bis zu ihrer Garage verlegen. Als Lösung bleibt bislang nur ein eigener Hausanschluss für die Garage. Ob sich im Rahmen des neuen Konzepts andere Möglichkeiten ergeben, bleibt offen.

Stadtwerke dürfen nicht bevorzugt werden

Im Ausschuss wurde gefordert, die Stadtwerke eng in die Entwicklung des Konzepts einzubeziehen. Die Verwaltung warnte jedoch vor einer möglichen wettbewerbsrechtlichen Bevorzugung. Da sich die Stadtwerke später selbst um Standorte bewerben könnten, dürften sie bei der Planung kein exklusives Mitspracherecht erhalten.

Ihre technischen Kenntnisse, etwa zu Leitungskapazitäten und möglichen Anschlusswegen, sollen dennoch in die Planungen einfließen. Mit der eigentlichen Erstellung des Konzepts soll ein externes Fachbüro beauftragt werden.

 

Quelle: Stadt Langenfeld
Bericht: LT

Fotos/Video: anzeiger24.de

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