Motto-Wort statt Länderjahr? Bürger bringt ungewöhnliche Idee für Langenfeld ein

Antrag setzt auf mehr Miteinander und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Nach dem Vorschlag einer Baumschutzsatzung (wir haben berichtet) liegt dem Rat der Stadt Langenfeld nun eine weitere Bürgeranregung vor – diesmal allerdings deutlich kreativer und weniger kontrovers. Ein Bürger schlägt vor, ab 2027 jährlich ein sogenanntes „Motto-Wort“ auszuwählen, das als Leitgedanke für Veranstaltungen, Projekte und Begegnungen in der Stadt dienen soll.

 

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Die Idee knüpft an eine Tradition an, die viele Langenfelder noch kennen: Bis 2023 standen regelmäßig europäische Länder im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen. Künftig könnte stattdessen ein Begriff wie „Respekt“, „Rücksicht“, „Freundlichkeit“ oder „Dankbarkeit“ ein ganzes Jahr prägen.

 

Ein Wort als gemeinsamer Impuls

Nach den Vorstellungen des Antragstellers soll das jeweilige Motto bei kulturellen Veranstaltungen, Lesungen, Workshops, Vorträgen oder Bürgeraktionen aufgegriffen werden. Auch Schulen, Vereine, Ehrenamtliche und soziale Einrichtungen könnten sich beteiligen.

Ziel sei es, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und den Blick auf Werte zu lenken, die im Alltag oft selbstverständlich erscheinen, aber für ein gutes Zusammenleben unverzichtbar sind.

 

Mehr als nur ein Veranstaltungsmotto

Der Antrag geht dabei über reine Kulturveranstaltungen hinaus. Vorgeschlagen werden beispielsweise Begegnungsformate zwischen Jung und Alt, Diskussionen über den Umgang miteinander, Aktionen zum Ehrenamt oder Umfragen im Stadtgebiet.

So könnten Bürger gefragt werden, was für sie Respekt bedeutet, wo sie Rücksicht erleben oder welche Werte sie sich für das Zusammenleben in der Stadt wünschen.

Die Idee setzt dabei nicht auf Verbote oder Vorschriften, sondern auf positive Impulse und freiwillige Beteiligung.

 

Kreativer Ansatz in schwierigen Zeiten

Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten oft von Konflikten geprägt sind, wirkt der Vorschlag wie ein bewusstes Gegenmodell. Statt über Trennendes zu diskutieren, soll das Verbindende in den Mittelpunkt rücken.

 

Ob daraus tatsächlich ein spürbarer „Langenfelder Geist“ entstehen kann, bleibt offen. Der Antrag zeigt jedoch, dass Bürgerbeteiligung nicht immer mit Kritik oder Forderungen verbunden sein muss. Er versteht sich vielmehr als Einladung, über das Miteinander in der Stadt nachzudenken und gemeinsame Werte sichtbar zu machen.

 

Kulturausschuss soll sich mit der Idee befassen

Der Rat der Stadt wird sich am 23. Juni 2026 zunächst mit dem Antrag beschäftigen. Die Verwaltung empfiehlt, die Anregung an den Kulturausschuss zu verweisen. Dort soll geprüft werden, ob und in welcher Form ein jährliches Motto-Wort künftig Teil des kulturellen Lebens in Langenfeld werden könnte.

Damit ist noch keine Entscheidung gefallen. Die Idee dürfte jedoch schon jetzt zu den ungewöhnlicheren und kreativsten Bürgeranträgen gehören, die den Rat in jüngerer Zeit erreicht haben.

 

Quelle: Stadt Langenfeld
Foto KI generiert

 

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