Auch wenn die Eingangsfrage überaus polemisch klingen mag, so besteht doch dringend Handlungsbedarf. Denn wie aktuelle Studienergebnisse zeigen, kaufen auch Langenfelds Bürger vermehrt im Internet: 30,9 Prozent der befragten Langenfelder (IFH Köln Umfrage) gaben an, „verstärkt online“ einzukaufen und die Innenstadt zum Einkaufen seltener zu nutzen. Zum Vergleich: 2020 lag der Prozentsatz noch bei 23,9 Prozent.
cima.monitor Deutschlandstudie Innenstadt 2022:
Ergebnisse deutschlandweiter Befragungen von November 2021 & Juni 2022
VITALTE INNENSTÄDTE 2022 der IFH Köln:
Ergebnisse aus knapp 69.000 Passanteninterviews in 111 Innenstädten,
319 in Langenfeld
Ein Fakt, der sich wenig beschönigen lässt und auch in anderen Städten erkennbar ist. Doch Hilden und Langenfeld zählen unter den Städten im Südkreis Mettmann durchaus als funktionierende Einkaufsstätte: Wie die Frequenz zeigt, gehen die Menschen auch „noch“ gewohnheitsmäßig in die Stadt. 22,1 Prozent der Befragten sogar noch täglich. Immerhin gaben im vergangenen Jahr 36,1 Prozent der Befragten an, zwar regelmäßig online zu kaufen, aber dennoch unverändert die Innenstadt zum Einkaufen zu besuchen. Und 33,1 Prozent kaufen sogar überhaupt nicht Online.
Doch auch die „Local-Byer“ vermissen einiges, wie das Langenfelder Citymanagement auch auf Grund der beiden Studien analysiert und bereits den politischen Gremien in Langenfeld im März 2023 vorgestellt hat. Nicht umsonst bekam Langenfeld im Gesamteindruck für die Attraktivität der Innenstadt die Schulnote 3 bescheinigt. Wobei seitens der Befragten auch tragende Aspekte für sehr gut und gut befunden wurden, wie die Autofreundlichkeit und die Parkmöglichkeiten. Auch mit den Veranstaltungen und dem Gastronomieangebot zeigten sich die Interviewteilnehmer zufrieden.
Auf die Frage: Welche der folgenden Angebote nach Langenfeld gehören und ausgebaut werden sollten, gaben 43,6 Prozent der Befragten Geschäfte zum Shoppen und Bummeln (z. B. Bekleidung, Schuhe) an. An zweiter Stelle stehen Geschäfte für die tägliche Versorgung (z.B. Lebensmittel, Drogeriewaren).
Langenfeld soll attraktiver werden, das kann man wohl als leitende Überschrift der Handlungsempfehlungen seitens des Citymanagements festhalten: Das Erscheinungsbild soll verbessert werden und bei der Erreichbarkeit der Stadt möchte Langenfeld zur „15 Minuten Stadt“ werden, in der alle alltäglichen Wege in weniger als 15 Minuten bestritten werden können. Dabei sollen möglichst nachhaltige Verkehrsmittel genutzt werden.
2023 ist also das Jahr des Neuen Einzelhandelskonzeptes. Gut so, die Zeit drängt. Denn ein bereits eingeschlagener Weg, wie der vermehrte Onlinekauf, lässt sich im Nachhinein nur schwer wieder umlenken. Vielleicht kann bei reflektierenden Lesern der von anzeiger24.de gern genutzte Werbeslogan als kleiner Appell wirken: „Der Kluge kauft in seiner Stadt, damit sie eine Zukunft hat.“
Bericht/Foto: Bettina Lyko
